Danke, Werner Hadorn!

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Quelle:http://m.facebook.com/pages/BIEL-BIENNE-Die-Wochenzeitung-Lhebdomadaire/190795637598775?id=190795637598775&refsrc=http%3A%2F%2Fbielbienne.com%2F&_rdr

Danke, Werner Hadorn! Nach gefühlten hundert ergebnislosen Wahlkämpfen der erste Sozialist, der mir Ambitionen zum Regierungsrat gibt: tut gut. Ist unrealistisch und genauso unbedarft wie der Rest der Kolumne.

Fakten: Ja, ich bin begeistert. Seit 1997, nachweislich. Auch ohne „Kantonskurs“. Die Reorganisation bringt’s. Eine halbe Million pro Jahr sparen bei mindestens gleicher Leistung, sozialverträglicher Umbau, bessere Qualitätsentwicklung und Stärkung der zweisprachigen Ausbildung. Zum Mitschreiben: Mehr für weniger.

Verständlich die Trauer und die Wut über die Auflösung. Wir werden uns alle Mühe geben, das Gute aus allen Organisationen mitzunehmen. Wir „desavouieren“ die Gegner nicht. Aber der Vorschlag der Alt-Rektorin nur ein einziges, zweisprachiges Gymnasium zu haben, ist nicht zu Ende gedacht. Kein französischsprachiges Gymnasium mehr im Kanton Bern? Können wir den Berner Jura einfach vergessen?

„Riesenschulen“? Sicher nicht. Es braucht eine kritische Grösse, damit gut organisiert werden kann. Richtig sind 600 bis 900 Schüler/innen. Da werden wir uns bewegen.

Respekt vor der Arbeit aller Beteiligten, das ist zu verlangen. Auch vor den beiden Gymnasien am Strandboden, die Zweisprachigkeit leben. Dreimal mehr zweisprachige Maturen als an der Alpenstrasse, wo die zweisprachigen Klassen vom Aussterben bedroht sind. Gleichberechtige Partner auf Augenhöhe, so soll Zweisprachigkeit gelebt werden. Keine künstliche Kultur, sondern Begegnung der Kulturen.

Die heutige Situation ist unhaltbar. In den vergangenen zwei Jahren wurde jeweils eine deutschsprachige Klasse nach oben umgeteilt, damit das Gymnasium Alpenstrasse weiter existiert. Die Stellen wurden am Seeland Gymnasium abgebaut, die Alpenstrasse hat nur profitiert. Mehr Schüler/innen aufnehmen geht nicht, die duale Bildung darf nicht gefährdet werden. Wir haben genug Gymnasiast/innen. Ja, Werner Hadorn, Reorganisation ist auch ohne Sparen unausweichlich, weil sonst die gymnasiale Ausbildung auf dem Platz Biel Schaden nimmt. Wir haben schlicht in diesem Jahrzehnt zu wenig Schüler/innen, als dass wir die Alpenstrasse weiterführen könnten. Die überlebt aus eigenen Stücken nämlich nicht mehr.

Zur Tradition: Das Wirtschaftsgymnasium ist nur entstanden, weil das Bieler Gymnasium Wirtschaft als „nicht gymnasial“ betitelt hat. Das hat Auswirkungen: Wenn im Kirchenfeld 32% mit Schwerpunkt Wirtschaft abschliessen, sind es in Biel ganze 16%, Stand 2013.

Von wegen Wochenendarbeit, das dürfte Werner Hadorn ja nicht fremd sein. Wir sind Kader, wir haben zu arbeiten. Es sei daran erinnert, dass die Fusion der Linde mit dem Deutschen Gymnasium 2005 genauso vollzogen worden ist. Das Resultat ist gut. Also sollte man sich bitte nicht lustig machen über unsere Arbeit und unseren Leistungswillen!

Wie werden wir es umsetzen? Wir werden dafür sorgen, dass rasch entschieden wird. Weil Unsicherheit für Mitarbeiter/innen nämlich schlimm ist. Wir werden dafür sorgen, dass immer Schule stattfindet, in guten Räumen, mit guter Ausrüstung und guten Lehrer/innen. Dafür brauchen wir die Unterstützung aller. Nehmt Abschied von der Vergangenheit und helft uns die Zukunft bauen. Die gymnasiale Bildung wird durch die Reorganisation gestärkt. Deshalb sollten wir begeistert sein, bei allem Respekt.

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