Theater und Sprachfrieden

Wie der Bieler Stadtrat sich scheinbar der Kulturpolitik zuwendet, über zwei Theater redet und den Sprachfrieden schützt: Die Gebäudevorlagen des lauen Abends des 21. Aprils 2016.

Der Kulturplatz Biel ist reicher möbliert als derjenige ähnlicher Städte. Heute entscheidet der Stadtrat über die Gebäude, über den Umbau des Palace und die dringliche Renovation des Stadttheaters.

Diese Investitionen sind nur wertvoll, wenn die beiden Institutionen weiterhin stark unterstützt werden.  An den Investitionen kann keine Kulturpolitik betrieben werden – und schon gar nicht Sprachpolitik.

Die Diskussion ums Théâtre Palace ist also an einem Punkt angelangt, wo die Renovation eines Gebäudes sprachpolitisches Gewicht erhält. Das Geschäft trägt einen irgendwie zwingenden Hauch. Nur die SVP wagt, wirklich dagegen aufzustehen. Ich tue es bewusst nicht. Im Gegenteil, wenn es Ihnen, liebe Romands, so wichtig ist, bin ich der erste, der Ihnen hilft. Nicht, weil ich es mir mit Ihnen nicht verderben will. Sie kennen mich aus dieser Legislatur zu gut: Wenn ich grundsätzlich dagegen bin, bin ich nicht zu bremsen. Ich würde es Ihnen also sagen. Nein, ich unterstütze Sie, weil es mir lieb ist, wenn Sie Ihre kulturelle Identität findet. Allerdings könnten wir die gemeinsam finden, sei es im Stadttheater oder im Palace. Das braucht aber Zeit, wie bereits bemerkt. Wenn also die gesetzten und überwiesenen finanziellen Rahmenbedingungen eingehalten werden, dann helfe ich gerne.

Später geht es an diesem Abend um die Renovation des Stadttheaters. Im Gegensatz zum Umbau des Foyers am Anfang dieser Legislatur ist das vorliegende Projekt für den Betrieb  notwendig. Die Massnahmen sind allesamt nachvollziehbar, auch wenn wir uns manchmal schon fragen, wie die Menschen früher ohne alle diese SIA-Normen überlebt haben. Diese armen Gestalten mussten ja selbst aufpassen. Sei es drum, das Theater wird also kindersicher, so wie wir als Staat heute öffentliche Gebäude haben wollen. Es ist auch kein gröberer Luxus drin, deshalb bleibt die Vorlage auch weit weg von einer Volksabstimmung. Fehl am Platz wäre eine Debatte über das Theater, wie weiter oben zum Palace ausgeführt. Ganz grundsätzliche Veränderungen brauchen in unserer Stadt zwölf Jahre, die können nicht durch den Stadtrat an einem Abend aus dem Stand beschlossen werden. Was selbstverständlich heraus sticht, sind die Honorare in BKP 2. Sie sind hingegen durch die üblichen Planungsansätze und die Komplexität des vorliegenden Projektes angemessen. Der Architekt zeichnet sich durch ausgesprochenen Sachverstand aus, er kennt das Gebäude und agiert geschickt.

Vor der Pause des Stadtrates wurde das erste Geschäft genehmigt und die Botschaft für die Abstimmung verabschiedet. Auch die Renovation des Stadttheaters wird mit grosser Sicherheit angenommen werden.

 

 

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