Feurers Rücktritt und Nachfolge – doppelte Mission Impossible

Welche Hindernisse Feurers längst fälligem Rücktritt und einer valablen Nachfolge entgegenstehen. Welches Vergnügen die Posse bereiten könnte, wenn es nicht um viel Ernsthafteres gehen würde. Und warum diese doppelte Mission Impossible alle in die Pflicht nimmt.

Beat Feurer ist wahrlich nicht zu beneiden. Und jetzt hat er noch den richtigen Ausgang verpasst. Dabei war er vor dem Gemeinderat beruflich nicht sonderlich erfolgreich, im Gegenteil. Müller, Dillier und Konsorten haben den willigen Naiven trotzdem auf ihren Schild gehoben. Was haben wir ihnen zu erklären versucht, dass dies in die Katastrophe führt! Beat Feurer hingegen war glücklich und nett. Er konnte endlich sich selbst sein, in all seinen Widersprüchen und seinem raschen Verzeihen. Schnell wurde er dann zum Getriebenen der Ankündigungen seiner Leute und seines eigenen lockeren Mundwerks. Ihm fehlte die Erfahrung, ihm fehlte die Hausmacht und ihm fehlte allenthalben der Respekt in Politik und Verwaltung. Nicht nur in den Gemeinderatssitzungen wurde er offensichtlich zur manipulierten Witzfigur degradiert, wenn seine Arbeit immer wieder für unbrauchbar beurteilt wurde. Wer seine Voten im Stadtrat liest, die mit dem Protokoll auch richtig aktenkundig sind [1], der schwankt zwischen Abscheu vor den Peinlichkeiten und tiefem Mitleid mit einem, der seiner Aufgabe nicht gewachsen ist. Mich hat das zuerst auf die Palme gebracht. Das war dumm von mir, denn er konnte nicht besser. Habe ich es gehofft? Ja, ich habe es eben auch in naiver Gutmütigkeit geglaubt: Beat Feurer muss doch ehrlich, rechtschaffen und halbwegs in der Lage sein, wenigstens gezielt in die gute Richtung zu arbeiten. Ist er nicht. Die einfachen Gemüter unter uns haben sich in die Irre leiten lassen. Und so steht er jetzt vor dem Nichts, denn der finanzielle Absturz wird schmerzlich tief sein. Es wird mit dieser offen manifestierten Unfähigkeit ausgesprochen schwierig sein für ihn, wieder Fuss zu fassen. Unter diesen Umständen kann man ihm nicht verargen, dass er bleibt. Bis zum Schluss.

Wenn aber seine Weggefährten ihre Verantwortung wahrnehmen und ihm eine wirtschaftlich angenehme Zukunft sichern? Oder wenn er im Zwiegespräch zur Einsicht kommt, er habe genug gelitten? Oder der Verwundete ohne Hilfe strauchelt? Dann wird es noch viel schwieriger. Bevor Matthias Müller sich dadurch diskreditierte, dass er so tat [2], als hätte er den Bericht nicht gesehen, habe ich ihn aufgefordert, in die Stadt zu ziehen und Beat Feurer zu ersetzen. Ja, das ist Widersprüchlich, denn ich habe ihn öffentlich und zu Recht vor zwei Jahren einen Brunnenvergifter genannt. Jedoch ist er im Oktober 2014 der einzige gewesen, der der Aufgabe gewachsen und halbwegs wählbar gewesen wäre. Mit seiner impliziten Schummelei wird es jetzt auch schwierig. Doppelt schwierig. Die Partei müsste ja, wenn sie ihren eigenen Aufruf zur fairen Wahl ernst nehmen würde, zunächst keinen Kandidaten, keine Kandidatin stellen. Dann in der Wahl aber mit einem Mann antreten, der Gefahr läuft zu verlieren. Wer möchte schon auf einen unehrlichen Gemeinderat einen nächsten wählen, der uns erst unter Druck die halbe Wahrheit sagt?

Das persönliche Risiko von Matthias Müller hingegen ist eher klein: Den harten, gradlinigen Berufsmilitär wird sein Parteikollege an der Spitze des Departementes wohl nach einer Abwahl zurücknehmen. Der Einsatz für die Familie aber erheblich.

Für jeden andern Kandidaten, für jeden Gegner gilt Ähnliches: In der Ersatzwahl gewinnen und kaum ein Jahr später abgewählt werden, ist das attraktiv?

Nun, wir können uns auf ein paar interessante Monate einstellen. Ich würde dem mit Vergnügen zuschauen, wenn es nicht um etwas viel Ernsteres ginge, mit dem man nicht spielt: Um unsere Stadt, um unsere Sozialhilfe, um unseren Wohlstand und um unsere Zukunft. Wer wäre ob der Vorfälle nicht angeekelt?

Deshalb müssten wir über die Parteigrenzen hinweg einen Nachfolger unterstützen, der halbwegs integer und der Aufgabe gewachsen ist. Deshalb müssten wir zusammenstehen, trotz oder gerade wegen unserer Fehleinschätzungen der Vergangenheit.

[1] Zum Beispiel im Protokoll vom 6. Juni 2013, S. 299f :“ (…) ich höre es gerne, dass Sie auf dieser Dienststelle mehr Personal wünschen. Ich muss Sie aber darauf hinweisen, dass nicht nur die personellen, sondern auch die finanziellen Ressourcen beschränkt sind. Der Gemeinderat muss sich an den Rahmen seiner Möglichkeiten halten. Selbstverständlich hätte auch ich gerne mehr Personal in der Dienststelle Bevölkerung. Es stimmt auch, dass die dortige Situation manchmal nicht sehr attraktiv ist. Diese Woche beispielsweise reichte die Warteschlange der Anstehenden fast bis ins Parterre. Das ist nicht gut! Der Gemeinderat sucht aber nach Lösungen. Wenn mehr Personal nicht drin liegt, so sollten doch wenigstens die Organisationsformen angepasst werden. Sie können der vorliegenden Beantwortung dazu mehr entnehmen: Zum einen kann sich die Dienststelle Bevölkerung räumlich anders organisieren. Das ist derzeit in Arbeit: Es wird also geprüft, ob im Gebäude selber die Raumaufteilung reorganisiert werden kann oder auch extern neue Räumlichkeiten gefunden werden können, die eine flexiblere Personaleinteilung erlauben. Das bedingt somit auch die Umnutzung von einzelnen Räumen, die zurzeit noch für die Aktenablage genutzt werden. Ich weiss nicht, wer bereits einmal auf der Dienststelle Bevölkerung war. Es ist jedenfalls so, dass sich dort die Akten türmen und dies nicht nur auf den Bürotischen, sondern wirklich überall. Ebenfalls abgeklärt wird deshalb, ob allenfalls ein Archivierungssystem eingeführt werden könnte, dank welchem die Akten physisch anderswo abgelegt werden könnten und dadurch wieder Raum geschaffen werden könnte. Leider kann ich heute noch nicht sagen, bis wann diese Abklärungen dauern werden, das liegt in der Natur der Sache. Vielleicht gibt es inskünftig also einmal eine Software-Lösung oder es werden andere Räumlichkeiten gefunden. Wann dies aber soweit sein wird, kann ich heute noch nicht sagen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass der Gemeinderat an diesem Problem dran bleibt. Auch diese Woche habe ich direktionsintern dazu jedenfalls wieder verschiedene Gespräche geführt und die nächste Schritte besprochen.
Als Letztes doch ein paar Ausführungen zum bargeldlosen Zahlungsverkehr: Auch diese Abklärungen laufen. Ein solcher würde sicher weitere Erleichterungen für das Personal bringen. Zudem könnten solche Vereinfachungen eingeführt werden, ohne dass zusätzlich Personal eingestellt werden muss. So könnten inskünftig Personen, die lediglich Gebühren zahlen wollen, dies bargeldlos tun und dadurch auch den Schalterdienst entlasten. Soweit der Zwischenstand. Weitere Abklärungen sind im Gange.

 

[2] Bevor bekannt wurde, dass er den Bericht bereits gesehen hatte, erweckte Matthias Müller den Eindruck, er habe keine Ahnung von diesem Bericht (siehe bspw. die Kommentare zum Kommentar von Eva Berger im Bieler Tagblatt (18.12.14)). Danach behauptet er, der Bericht sei nicht vertraulich (Journal du Jura, 19.12.14).

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